500 -700 trug Groß-Karben vermutlich seinen heutigen Namen, der wahrscheinlich fränkischen Ursprungs ist. Funde eines aufgedeckten Gräberfeldes der heutigen Kurt-Schumacher-Schule weisen eine Besiedelung des Groß-Karbener Raumes im frühen Mittelalter nach. Ca. 800 schenken Berenger dem Kloster Fulda Güter in den Orten "Dopheim", Kloppenheim, "Bonheim", Petterweil und Carbah, Groß-Karben, Klein-Karben und Okarben. 1293 wird erstmals das Freigericht Kaichen erwähnt; zu den zwölf urteilsfindenden Schöffen des Obertgerichtes zählt 1293 auch Cunrad Escebeschere von Groß-Karben. 1378 hat Groß-Karben, das Tochterkirche von Klein-Karben ist, zwei Altäre, die von einem PIeban der Mutterkirche versorgt werden. 1425 wird Groß-Karben von einem PIeban und drei Altaristen seelsorgerisch betreut. 1442 werden >des Reiches Dörfer< Groß-Karben, Klein-Karben, Kaichen und Burg-Gräfenrode gemeinsam von Kaiser Friedrich III. unter dessen besonderen Schutz gestellt. 1563 und 1564 kursiert in Groß-Karben der »Schwarze Tod«, die Pest. 1573 wird die Tochterkirche zur selbständigen Pfarrei erhoben. Bereits 1540 -1548 ist die Reformation eingeführt worden. Erster evangelischer Pfarrer von Groß-Karben wird 1573 Hermann Neuhof. 1573 erbaut die Gemeinde ein Pfarrhaus. 1666 wird der verfallene Pfarrhof renoviert. Am 04.06.1686 wird das Pfarrhaus durch einen Großbrand vernichtet. Nach zahlreichen Renovierungen wird es 1883 abgebrochen und an seiner Stelle das dritte, heute noch stehende Pfarrhaus erstellt. Vor 1610 wird die Schule gegründet, deren erste bekannter Lehrer Peter Bues (1610) ist. Das alte Schul und Rathaus stand auf dem freien Platz vor dem Kirchhof. Die enge Schulstube befand sich zusammen mit der Lehrerwohnung im Oberstock. Vor 1617 werden die beiden Wappen des Friedberger Burggrafen Johann Eberhard von Kronberg und seiner Ehefrau Anna, einer geb. Riedeselin zu Eisenbach, in Sandstein (mit Inschrift) an der Mauer des sogenannten »Burghofes« (heute Leonhardisches Schloss) angebracht. Die selben, an zwei seitlichen Toren befindlichen Wappen tragen die Jahreszahlen 1614 und 1616. Johann Eberhard von Kronberg war von 1577 bis zu seinem Tod 1617 Burggraf von Friedberg. Mit ihm starb die Familie im Mannesstamme aus. Durch Heirat gelangte das Hofgut an die gräfliche Familie von Metternich. 1686 vernichtete ein Großbrand die Anlage, worauf sie von Graf Wilhelm von Metternich neu erbaut und 1691 an die Freiherrn von Edelsheim veräußert wurde. Durch Kauf kam die Familie der Freiherrn von Leonhardi 1790 in den Besitz des Schlosses. Das Herrenhaus wurde 1775 erbaut und im letzten Jahrhundert standesgemäß ausgebaut. Die Schlosskapelle, 1847 im neugotischen Stil erbaut, einst ein Arbeitshaus mit Kutscherwohnung, Waschküche und Bügelzimmer, ist später zu einem reinen Wohnhaus umgebaut worden. Am 8. Juli 1686 brennt Groß-Karben nieder, wobei auch die Kirchenbücher und Pfarrregister vernichtet werden. Etwa 1673 bis 1674 zieht Freiherr Helfrich von Kroneck nach Groß-Karben. In jener Zeit dürfte er auch ein standesgemäßes Haus an der Stelle der späteren Bürgermeisterei errichten. 1692 stirbt Helfrich, seine Familie bleibt bis 1715 in Groß-Karben. Als 1728 Anna Maria von Hutten Stolzenberg zu Steinbach, die verwitwete Schwiegertochter Helfrichs von Kroneck, das heutige Schlossgebäude erstellt, das 1766 durch Verkauf an den kurpfälzischen Geheimen Rat von Kronberg und dessen Bruder gelangt. 1810 geht das Gut an den österreichischen General Graf Degenfeld Schomburg, nach dessen Tod der Hof an den Landwirt Gerhard Feuerbach. 1868 verkauft Feuerbach das sogenannte Degenfeldsche Schloss an die Gemeinde Groß-Karben 1806 Groß-Karben wird hessisch 1836 hat Groß-Karben 842 Einwohner. Der Ort besitzt fünf öffentliche Gebäude und 36 Wohnhäuser. 1836 wird die Parkschule gebaut, reichte aber mit ihren zwei Klassenräumen von 1885 an nicht mehr aus. Es wurden im alten Schloss in den Jahren 1883/84, 1898/99, 1909/ 10, und 1913/14 Schulsäle eingerichtet. Nach dem 1. Weltkrieg konnten wieder zwei Säle geräumt werden. Mit dem Bahnbau, 1845 bis 1848, der Teilstrecke der Main-Weser-Bahn Frankfurt - Friedberg kommt eine Wende, das Gemeinwesen entwickelt sich langsam zu einer Arbeiter Wohngemeinde, dessen Bewohner im nahen Frankfurt Arbeit und Brot finden. Erste Probefahrt der Bahn von Friedberg bis Bad Vilbel war am 29. September 1849. Im Juli 1869 gründet der Evangelische Pfarrer August Schüler eine Kleinkinder-Schule, den ersten Kindergarten im ehemaligen Kreis Friedberg. 1872 kommt der erste Arzt nach Groß-Karben und eröffnet seine Praxis. Zu dieser Zeit leben in Groß-Karben 884 Einwohner, davon 716 evangelische, 16 katholische und 152 Israeliten. Das Dorf verläuft vom Stift Unruh im Norden bis zum Anwesen vom Wirt Fuhr im Süden. Die Westgrenze bilden das Graf Degenfeldsche Schloss, in dem die Schule und Gemeindeverwaltung untergebracht sind, und das Anwesen der Familie von Leonhardi mit dem sich anschließenden Park. Die Linie von der östlichen Ringstraße zum Friedhof stellt die Ostgrenze dar . 1874 wird das Denkmal auf dem Kirchplatz eingeweiht, es erinnert an den deutsch-französischen Krieg 1870/71, an dem auch 25 junge Männer aus Groß-Karben teilnahmen. Am 8. Februar 1885 findet das erste Konzert des Gesangvereins Teutonia statt. Der September 1883 brachte den Einwohnern ein großes militärisches Schauspiel, ganz in der Nähe des Dorfes, das Kaisermanöver. Es fand zwischen dem Wald und Heldenbergen statt. Am 24. und 25. September 1883 passierte Kaiser Wilhelm I., von Hornburg kommend, unsere Niddabrücke. 14 Jahre später finden ein Kaisermanöver und Begegnungen der Einwohner mit dem Kaiser statt. Er heißt jetzt Kaiser Wilhelm II., die Könige von Italien und Sachsen passierten vom 06. bis 10. September mehrmals Groß-Karben. Am 01. März 1891 wird der Turnverein 1891 e. V. gegründet. Am 12. und 19. August 1893 wird die Freiwillige Feuerwehr ins Leben gerufen 1903 hatte Groß-Karben 1362 Einwohner, es gab weder elektrisches Licht (1912 -1918), noch eine zentrale Wasserversorgung (erste Wasserleitung um 1906). 5.02.1905 wird der Gesangverein »Frohsinn« gegründet. Groß-Karben hat 1476 Einwohner. 1914 wurde in der Neugasse 15 (heute Christinenstrasse) begonnen, die Turnhalle zu errichten; Am 20. 03. 1920 wird der Sportverein 1920 beim Schwanenwirt (Richard Philipp) gegründet Ende Juni 1921 trafen sich interessierte Bürger der damaligen Ortschaften Groß-Karben, Kloppenheim und Okarben, um zusammen den Schützenverein Selzerbrunnen Groß-Karben zu gründen 1928 hat Groß-Karben 1520 Einwohner. 1931 findet in Groß-Karben das Gau-Turnfest statt. 1935 wird die Turnhalle in eine Schule umgewandelt (Hans-Schemm Schule). 1938 Am Abend des 9. November 1938 wird die jüdische Synagoge in der Heldenberger Straße ausgeraubt und in Brand gesteckt. Am 10. November 1938 plündert, zerstört und beraubt man jüdische Häuser . 1939 Zu Hitlers 50. Geburtstag wird der Kirchplatz in Adolf-Hitler Platz umbenannt. 1942 werden die letzten noch verbliebenen jüdischen Bürger deportiert. 1945 im August trafen sich aus der Gemeinde Groß-Karben die Vertreter der ortsansässigen Vereine; Turnverein, Gesangverein Frohsinn, Gesangverein, Teutonia und freie Turnerschaft Vorwärts sowie der Sportverein 1920 und gründen die K. S. G. Groß-Karben. 1.12.1946 Inkrafttreten der Hessischen Verfassung. 20.06.1948 Währungsreform. 23.05.1949 Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Am 07. September 1952 wird die neue Schule mit 8 Klassen eingeweiht. 1965 wird in Groß-Karben eine Mittelpunktschule, die Kurt-Schumacher-Schule, ihrer Bestimmung übergeben. 1970 hat Groß-Karben 2871 Einwohner . 1970 feierte der evangelische Kindergarten sein 100 jähriges Bestehen. Am 01. Juli 1970 wurde die Stadt Karben gegründet. Groß Karben ist nun ein Stadtteil der Stadt Karben. |